Corona-Aktuell

 

Corona-Impfungen:

Als Naturwissenschaftlerin versuche ich stets, meine Impf-Empfehlungen an den wissenschaftlich begründeten Empfehlungen der Gesellschaften zu orientieren, ungeachtet politischer und wirtschaftlicher Erwägungen. Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage empfehle ich jeder erwachsenen Person, sich impfen oder boostern zu lassen. Auch bei der Omikron-Variante scheint die Impfung vor einem ungünstigen Krankheitsverlauf zu schützen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen SARS-CoV2 mit einem mRNA-Impfstoff nun für Kinder von 5 bis 11 Jahren. Bei Kindern mit speziellen Risiken, z. B. bei Trisomie 21, Immundefekten, schlecht eingestelltem Asthma bronchiale, Krebserkrankungen oder als Kontaktpersonen von gefährdeten Erwachsenen erscheint die Impfung besonders sinnvoll.

Sollte Ihr Kind noch jünger als 5 Jahre sein, und Sie dennoch eine Impfung wünschen, so sollten Sie wissen, dass es sich um einen sog. "off-label-use" handelt. Bei nicht sehr wahrscheinlichen, jedoch nicht zu 100 % auszuschließenden Impfschäden haftet nicht der Staat, wie es bei den Corona-Impfungen nach StIKo-Empfehlung ist. In diesem Fall führe ich die Impfung nicht durch.

Die Kinderdosis des Impfstoffs Comirnaty der Firma Biontech/Pfizer für die Gruppe der 5- bis 11-Jährigen besteht aus einem Drittel der Erwachsenendosis und wird im allgemeinen gut vertragen: Ca. 70 % haben Schmerzen, manchmal auch eine Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Ca. 10 - 20 % bekommen Fieber mit oder ohne Schüttelfrost. Nach 2 Tagen ist in der Regel alles vorbei, behandelbar sind diese Symptome mit Paracetamol oder Ibuprofen. Allerdings sind die Daten der Millionen geimpfter Kinder in den USA und in Israel nicht ausgewertet.

Nach wie vor ist es so, dass gesunde Kinder in der Regel nicht sehr schwer erkranken an einer Infektion mit den kursierenden Corona-Varianten, nach meiner bisherigen Erfahrung in der Praxis bekommen sie jedoch nun häufiger hohes Fieber und sie scheinen die Omikron-Viren leichter anderen Kindern und Erwachsenen weiterzugeben als es bei Alpha oder Delta der Fall war. Weiterhin zu erwarten sind weiterhin auch langwierige Verläufe mit verminderter Belastbarkeit, Schwindel und / oder Kopfschmerzen. Sehr selten kommen auch schwere Folgeerkrankungen wie das PIMS, bei Jugendlichen auch Long-Covid vor.

Allerdings wird es zukünftig auch immer wieder neue Virusvarianten geben, mit anderen Eigenschaften bei der Übertragung, der Schwere der Erkrankung und dem Schutz durch die zur Verfügung stehenden Impfungen. So scheint es bei Omikron so zu sein, dass nur bei 30 % der zweimalig Geimpften eine Infektion verhindert wird, allerdings vermindert die Impfung die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe mit Krankenhausbehandlung. Nach neueren Erkenntnissen sind zwar ca. ein Drittel der im Krankenhaus behandelten Erwachsenen vollständig geimpft. Die meisten davon haben allerdings besondere Risikofaktoren für einen schweren Verlauf wie z. B. Übergewicht, höheren Lebensalter, bestimmt Vorerkrankungen. Ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Personen haben auch bei Omikron ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf, auch wenn die Infektion in der Breite der Bevölkerung weniger schwer verläuft als die vorherigen Varianten. Beängstigend ist die starke Infektiosität der Impfung, was zu personellen Engpässen in allen Arbeitsbereichen führen kann, mit Beeinträchtigung u. a. von Gesundheits- und Sicherheitseinrichtungen. In der Gesamtschau kann aktuell insbesondere Erwachsenen nur dringend empfohlen werden, sich impfen zu lassen.

Es besteht eine klare Impfempfehlung für schwangere und stillende Frauen mit mRNA-Impfstoffen. Sie schützen damit auch ihre Neugeborenen und Säuglinge. Wenn sich 6 bis 7 erwachsene Personen zur Impfung in meiner Praxis melden, kann ich gerne eine Portion Biontech Impfstoff für Sie bestellen und Ihnen verimpfen.

Ich wünsche Ihnen eine möglichst gesunde Zeit!



P. S. An alle, die Angst vor der Impfung haben:

  1. Die mRNA-Impfstoffe (Biontech, Moderna) sind KEINE Gentherapie! Die mRNA ist ein instabiles Molekül, das nicht in den Zellkern gelangt und bald wieder aus dem Körper verschwunden ist.
  2. mRNA-Impfstoffe machen keine Thrombosen, SARS-CoV2-Viren können sehr wohl Thrombosen verursachen.
  3. Sehr sehr selten treten bei Erwachsenen nach Impfungen mit Moderna oder Biontech Herzmuskelentzündungen auf, meist mit mildem Verlauf. Dies passiert deutlich häufiger nach Infektionen mit SARS-CoV2, auch bei ganz vielen anderen Virusinfektionen. Bei Kindern sind Herzmuskelentzündungen noch seltener, die Datenlage nach mRNA-Impfung ist aber noch schwach.

Fazit: Sie werden sich mit > 90 % Wahrscheinlichkeit mit SARS-CoV2 anstecken. Durch eine Impfung können Sie sich so gut es geht vor einem schweren Verlauf schützen. Ich empfehle Ihnen, diese Möglichkeit zu nutzen.